Muskelrelaxanzien

Muskelrelaxantien sind Medikamente, die den Muskeltonus senken. Die Beschwerden, bei denen Muskelrelaxantien eingesetzt werden, können infolge einer Verstauchung, Überlastung oder anderer Muskelverletzungen auftreten.

Ein Muskelrelaxans senkt die Muskelspannung (Muskeltonus) und vermindert die Steifheit der Muskeln. Die Ursache der Beschwerden wird dadurch selbstverständlich nicht behoben. Es ist daher ratsam, die Ursache der Beschwerden durch einen Hausarzt oder Physiotherapeuten weiter abklären zu lassen.

Wofür werden Muskelrelaxantien verwendet?

In der Praxis verschreibt der Hausarzt immer häufiger Muskelrelaxantien, zum Beispiel bei Rückenproblemen wie Hexenschuss oder einem Bandscheibenvorfall. Die am häufigsten verschriebenen muskelentspannenden Medikamente sind Diazepam und Tramadol. Beide haben unterschiedliche Wirkmechanismen, und oft wird die Kombination beider Medikamente gewählt, um die Muskulatur optimal zu behandeln.

Diazepam gehört zur Gruppe der Benzodiazepine. Diese Medikamente hemmen die Aktivität von Neuronen im Gehirn. Dadurch haben sie eine beruhigende Wirkung auf den Körper und entspannen die Muskulatur. Diazepam wird vor allem bei Anspannung, Unruhe, Schlaflosigkeit und Muskelkrämpfen verschrieben.

Tramadol ist ein Medikament mit direkter Wirkung auf das zentrale Nervensystem und hemmt Schmerzrezeptoren. Tramadol wird häufig bei Gelenkschmerzen, Nervenschmerzen und starken Muskelschmerzen verschrieben, insbesondere wenn mildere Schmerzmittel wie Paracetamol nicht oder nicht ausreichend helfen.

Welche möglichen Nebenwirkungen haben Muskelrelaxantien?

Muskelentspannende Medikamente haben eine starke Wirkung auf den Körper und gehen leider auch mit Nebenwirkungen einher. Häufige Nebenwirkungen von Diazepam sind Benommenheit, Müdigkeit und ein vermindertes Reaktionsvermögen. Diese Nebenwirkungen treten in der Praxis bei mehr als 30 von 100 Menschen auf. Bei täglicher Einnahme von Diazepam oder beim Auftreten der vorgenannten Nebenwirkungen ist das Führen eines Autos strengstens verboten.

Auch Tramadol kann neben der gewünschten Wirkung Nebenwirkungen verursachen. Häufige Nebenwirkungen sind Benommenheit, Schläfrigkeit, Übelkeit und eine verminderte Konzentrationsfähigkeit. Diese Nebenwirkungen werden bei 10 bis 30 von 100 Menschen beobachtet, und in den ersten zwei Wochen ist das Autofahren in jedem Fall verboten. Danach hängt es von möglichen anhaltenden Nebenwirkungen ab.

Wo sind Muskelrelaxantien erhältlich?

Diazepam ist seit 1961 auf dem Markt und nur auf Rezept erhältlich. Bekannte Marken, die Diazepam enthalten, sind Stesolid und Diazemuls. Es ist auch als Generikum unter dem Namen Diazepam erhältlich und kommt als Injektionen, Klistiere und Tabletten vor.

Tramadol gibt es seit 1977 und ist nur auf Rezept erhältlich. Es wird als Brausetabletten, Schmelztabletten, Kapseln, Zäpfchen, Tropfen und Injektionen hergestellt. Beispiele für Medikamente mit dem Wirkstoff Tramadol sind Tramagetic und Tramal. Es ist auch als generisches Tramadol erhältlich.

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