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ISG-Gelenk
Das ISG (Iliosakralgelenk) liegt zwischen dem Kreuzbein (Sacrum) und der Beckenhälfte (Ilium). Der Körper hat zwei Iliosakralgelenke, sowohl links als auch rechts des Kreuzbeins. Diese Gelenke sorgen dafür, dass Kräfte von den Beinen auf den Rücken und umgekehrt übertragen werden.
Anatomie des ISG
Die beiden Iliosakralgelenke sind Teil des Beckengürtels. Das Becken ist deshalb auch wichtig für die Stabilität und Beweglichkeit der ISG. Die Form der Knochen, die Bänder und die Muskeln sorgen für Stabilität des ISG. Die Beweglichkeit des ISG beträgt in alle Richtungen nur 2 bis 4 mm. Also sehr wenig.
Verschiedene Bindegewebsplatten (Faszien) verlaufen über das Becken. Zusammen mit den am Becken ansetzenden Muskeln sorgen sie für noch mehr Stabilität.
Schmerzen vom ISG
Schmerzen des ISG sind vor allem am Beckenrand und in der Gesäßregion spürbar. Die Schmerzen können mit Ausstrahlung in Richtung Oberschenkel oder Leiste einhergehen. Die Beschwerden ähneln stark tiefen Rückenschmerzen. ISG-Beschwerden werden daher häufig fälschlicherweise für Kreuzschmerzen gehalten.
Ursachen von ISG-Schmerzen
Die Schmerzen werden meistens durch Instabilität im gesamten Becken verursacht. Die bekannteste Form ist die Beckeninstabilität während der Schwangerschaft. Ursachen von Schmerzen im ISG sind:
- Harter Sturz auf das Gesäß.
- Abnahme der Qualität des Knorpels.
- Gelenkentzündung.
- Schwangerschaft.
- Verminderte Stabilität im Becken.
- Beinlängendifferenz.
- Eine Skoliose (seitliche Krümmung) der Wirbelsäule, wodurch das Becken diese Krümmung ausgleichen muss.
- Frühere Rückenoperation, bei der Wirbel versteift wurden.
ISG-Beschwerden oder Kreuzschmerzen?
Es ist manchmal sehr schwierig festzustellen, ob die Schmerzen vom ISG ausgehen. Dies lässt sich oft nicht durch Röntgenaufnahme, Ultraschall oder MRT nachweisen. Die Anamnese der Patientin oder des Patienten und verschiedene körperliche Tests liefern die besten Hinweise.
Gegebenenfalls kann eine Injektion in das ISG gesetzt werden. Wenn dies Linderung verschafft, ist auch klar, dass die Beschwerden vom ISG ausgehen. Lindert die Injektion die Schmerzen nicht, liegt die Ursache woanders. Diese Injektion darf nur eine Ärztin oder ein Arzt vornehmen.
Behandlung bei Beschwerden des ISG
Es gibt viele verschiedene Behandlungen bei ISG-Beschwerden. Die Behandlung bei der Physiotherapeutin oder dem Physiotherapeuten besteht vor allem aus Übungen, die darauf abzielen, das gesamte Becken wieder gut bewegen und stabilisieren zu können.
Daneben gibt es noch andere Behandlungsmöglichkeiten wie:
- Ein Beckengurt. Dieser gibt dem Becken zusätzliche Stabilität und wird vor allem bei Beckeninstabilität während oder nach der Schwangerschaft eingesetzt.
- Injektion in das ISG. Dies hilft vor allem bei Arthrose und Entzündungen des ISG.
- iFuse-Operation. Dabei wird eine oder beide Beckenhälften mithilfe eines Stifts am Kreuzbein fixiert.
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