Gebrochener Finger

Fingerfraktur, Phalanxfraktur

Ein gebrochener Finger ist eine häufige Knochenverletzung. Alle Finger außer dem Daumen bestehen aus drei Fingerknochen; der Daumen hat zwei. Bei einem gebrochenen Finger liegt eine Fraktur in einem oder mehreren Gliedern des Fingers vor. Andere Bezeichnungen sind Fingerfraktur oder Phalangenfraktur.

Wie entsteht ein gebrochener Finger?

Ein gebrochener Finger ist fast immer die Folge eines Unfalls (Trauma). Denke zum Beispiel an einen Finger, der in eine zuschlagende Tür gerät, oder an einen Sturz oder harten Schlag auf die Hand. Ein Fingerbruch kommt auch regelmäßig bei bestimmten Ballsportarten wie Handball, Basketball und Korfball vor. In diesem Fall entsteht der Bruch, wenn der Ball mit Geschwindigkeit gegen einen ausgestreckten Finger prallt.

Verschiedene Arten von Fingerfrakturen

Es gibt verschiedene Arten von Fingerbrüchen. Mehrere Faktoren wie Ursache, Ort der Fraktur und Knochenqualität spielen bei der Bestimmung des Frakturtyps eine Rolle.
- Eine Avulsionsfraktur, auch Abrissfraktur genannt, entsteht durch eine große Zugkraft einer Sehne auf den Knochen.
- Eine Stressfraktur, auch Ermüdungsbruch genannt, wird durch wiederholte Belastung des Knochens verursacht.
- Eine pathologische Fraktur tritt bei verminderter Festigkeit oder Qualität des Knochens auf. Das kommt vor allem bei Menschen mit Knochenschwund (Osteoporose) oder infolge von in den Knochen gestreutem Krebs vor.

Merkmale eines gebrochenen Fingers

Ein gebrochener Finger geht oft mit (Druck‑)Schmerzen einher, die sich beim Beugen und Strecken des Fingers verstärken. Unmittelbar nach dem Bruch kann der Finger schief stehen. Möglich ist auch, dass der Finger auf Höhe der Fraktur anschwillt und sich verfärbt. Sind durch den Bruch Nerven eingeklemmt, kann der Finger kribbeln oder taub sein.
Manchmal ist der Unterschied zwischen einem gebrochenen und einem geprellten Finger nicht eindeutig. Daher kommt es häufig vor, dass Menschen erst spät bemerken, dass der Finger tatsächlich gebrochen ist.

Wie wird ein Fingerbruch festgestellt (Diagnose)?

Die Schilderung des Patienten und die vorhandenen Merkmale eines Fingerbruchs helfen bei der richtigen Diagnose. Danach führt der Hausarzt oder Physiotherapeut eine körperliche Untersuchung mit mehreren Tests durch. Häufig wird der Achsdruckschmerz getestet. Dabei wird die Hand gehalten und der Finger vorsichtig in Richtung Hand gedrückt. Bei einem Fingerbruch verursacht dies unmittelbar stärkere Schmerzen.

Ein gebrochener Finger wird im Krankenhaus weiter untersucht. In der Regel geschieht dies mit mehreren Röntgenaufnahmen aus verschiedenen Richtungen. Diese liefern Informationen über die Lokalisation und den Typ der Fraktur. Zusätzlich kann eine Knochenszintigrafie erwogen werden. Das geschieht nur, wenn an Knochenschwund als mögliche Ursache gedacht wird.

Behandlung eines gebrochenen Fingers

Nachdem Ort und Typ der Fraktur geklärt sind, wird die beste Behandlung festgelegt. Meist ist bei einem Fingerbruch keine Operation notwendig. Eine Phase mit Gips oder Schiene von sechs Wochen reicht dann aus, damit der Bruch heilt.

In manchen Fällen, etwa wenn Knochenteile verschoben sind, ist eine Operation erforderlich. Dabei bringt der Chirurg die Knochenstücke mit kleinen Metallplatten und Schrauben wieder in die richtige Position.
Nach der Operation oder Gipsphase fühlt sich der Finger steif an. Es ist wichtig, den Finger wieder beweglich zu machen. Ein Physiotherapeut, insbesondere ein Handphysiotherapeut, kann dabei helfen, z. B. mit Übungsprogrammen, Tapen des Fingers oder Massage der Muskulatur.

Hervorgehobene Erkrankungen

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