Beckenbodenmuskeln

Der Beckenboden bildet den unteren Abschluss des Beckens und besteht aus mehreren Muskelschichten. Diese Muskelschichten, zusammen die Beckenbodenmuskeln, spielen eine wichtige Rolle beim Wasserlassen und beim Stuhlgang (Entleerung).

Was machen die Beckenbodenmuskeln?

Durch Anspannen sorgen die Beckenbodenmuskeln dafür, dass Urin und Stuhl gehalten werden können. Die Entspannung der Beckenbodenmuskeln ermöglicht dagegen Wasserlassen und Entleeren.

Eine weitere wichtige Eigenschaft ist ihre Lage. Sie liegen am unteren Ende des Beckens und bilden dort eine Art Hängematte zum Tragen der Bauchorgane. Aktivitäten wie Husten, Niesen, Pressen oder das Heben schwerer Gegenstände erhöhen den Druck im Bauchraum. Bei diesen Aktivitäten ist eine korrekte Anspannung der Beckenbodenmuskeln enorm wichtig. Nicht nur zur Unterstützung der darüber liegenden Organe, sondern auch um ungewollten Harnverlust zu verhindern.

Was passiert, wenn die Beckenbodenmuskeln nicht richtig funktionieren?

Die Beckenbodenmuskeln arbeiten meist im Hintergrund. Erst wenn sie nicht richtig funktionieren, treten Beschwerden auf. Wichtig ist, dass die Anspannung der Beckenbodenmuskeln genau richtig ist. Von Überaktivität spricht man, wenn die Beckenbodenmuskeln eine zu hohe Spannung haben. Spannen sie unzureichend an, spricht man von Unteraktivität.

Bei Überaktivität der Beckenbodenmuskeln entsteht zu viel Druck auf die Blase, wodurch der Harndrang zunimmt oder ständig vorhanden ist. Das gilt auch für den Anus, wodurch der Stuhldrang zunimmt. Ein weiteres mögliches Problem sind Schmerzen im Beckenbereich oder ungewollter Harnverlust bei Drucksteigerung, z. B. beim Husten und Niesen.

Unteraktivität der Beckenbodenmuskeln kann dazu führen, dass Urin und Stuhl nicht gut gehalten werden können. Beim Wasserlassen oder Stuhlgang kann es sein, dass es nicht gelingt, Blase oder Darm vollständig zu entleeren. Die verminderte Unterstützung für die Bauchorgane kann zu einer Senkung dieser Organe führen.

Woraus besteht Beckenbodentraining?

Es ist wichtig, die Beckenbodenmuskeln wieder auf die richtige Spannung zu bringen. Der Beckenphysiotherapeut ist auf diese Beschwerden spezialisiert. Eine häufig verwendete Technik ist das Myofeedback. Dabei misst ein kleines Gerät die Muskelaktivität.

Zur Behandlung gehören Haltungs‑ und Bewegungsratschläge für den Alltag. Besonders bei Unteraktivität der Beckenbodenmuskeln sind gezielte Übungen notwendig.

Wann liegt eine Beckeninstabilität vor?

Beckeninstabilität, Becken­schmerzen und Symphysiolysis sind drei Begriffe für dasselbe: eine Schwächung des Beckens. Das kommt häufig bei Schwangeren oder kurz nach der Geburt vor. Es kann auch die Folge eines Unfalls sein. Die Beschwerden werden möglicherweise durch Unter‑ oder Überaktivität der Beckenbodenmuskeln verursacht. Kennzeichnend für Beckeninstabilität sind Schmerzen im unteren Rücken, an der Vorder‑ und Rückseite des Beckens und rund um das Steißbein.

Hier findest du Übungen bei Beckeninstabilität. Oder nimm Kontakt zu einem Beckenphysiotherapeuten in deiner Nähe auf.

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