Knieprothese

Totale Knieprothese, Hemiprothese, Kunstknie, neues Knie

Eine Knieprothese ist ein künstliches Knie. Seit ihrer Einführung Mitte des 20. Jahrhunderts ist die Knieprothese, auch bekannt als künstliches Knie oder neues Knie, als operative Behandlung bei fortgeschrittenem Knieschaden durch Verschleiß nicht mehr wegzudenken. Die ersten Knieprothesen waren als Scharniergelenke konstruiert; diese ließen kaum Bewegung zu und gingen bei Belastung schnell kaputt.

Um 1970 kam ein deutlich verbessertes Konzept auf den Markt. Das einzige Problem war weiterhin, dass es nur zwei verschiedene Größen von Knieprothesen gab. Heutzutage wird die Knieprothese vollständig maßgefertigt, und es ist sogar möglich, nur einen Teil des Kniegelenks mit einer Prothese zu versorgen, eine sogenannte Hemiprothese oder halbe neue Knie.

Untersuchungen haben gezeigt, dass eine von fünf Personen über 55 Jahren einen leichten bis schweren Verschleiß des Kniegelenks hat. Pro Jahr werden etwa 20.000 Knieprothesen eingesetzt, davon sind 20 bis 40 Prozent Hemiprothesen.

Warum eine Knieprothese?

Starke Schmerzen bei langem Stehen, Gehen und vor allem beim Treppensteigen, eine verminderte Beweglichkeit des Kniegelenks und gegebenenfalls eine (zunehmende) Fehlstellung des Knies sind nur einige Merkmale eines fortgeschrittenen Verschleißes des Kniegelenks.
Die wichtigsten Gründe für eine Knieprothese sind:

  • Verringerung der Schmerzen im Kniegelenk.
  • Wiederherstellung von Funktionsverlusten im normalen Alltag.
  • Korrektur anatomischer (Achs-)Fehlstellungen des Kniegelenks.

Eine Knieprothese wird immer häufiger als Behandlungsmethode bei fortgeschrittenem Verschleiß des Kniegelenks gewählt. Vor der Entscheidung für eine Knieprothese steht ein ganzer Prozess aus Untersuchungen und Messungen, darunter eine Röntgenaufnahme. Ergibt sich daraus, dass eine Knieprothese die beste Option ist, wird der Spezialist die verschiedenen Möglichkeiten - darunter Totalendoprothese oder Hemiprothese - besprechen.

Wie lange hält eine Knieprothese?

Im Allgemeinen kann eine Knieprothese länger als 15 Jahre gut funktionieren. Wie lange sie genau hält, hängt von mehreren Faktoren ab, unter anderem von der allgemeinen körperlichen Verfassung, dem Körpergewicht und der täglichen Belastung des Knies.

Es ist möglich, eine Knieprothese im Rahmen einer Knie-Revisionsoperation zu ersetzen; je häufiger dies jedoch geschieht, desto schlechter ist in der Regel das Ergebnis. Daher wird das Einsetzen einer ersten Knieprothese oft so lange wie möglich hinausgezögert. Wenn man in jungen Jahren bereits eine Prothese erhält, muss diese im Laufe eines Lebens mehrfach ausgetauscht werden.

Wie verläuft die Rehabilitation nach einer Knieprothese?

In den meisten Fällen dürfen Menschen bereits einen Tag nach der Operation wieder nach Hause. Voraussetzung ist, dass das Knie einigermaßen gebeugt werden kann, ausreichend, um ins Auto einsteigen zu können. Eine zweite Voraussetzung ist, mit Hilfe von Krücken selbstständig zur Toilette gehen zu können.

Im Allgemeinen erholen sich Menschen von einer Hemiprothese schneller als von einer Totalendoprothese. Das liegt vor allem daran, dass eine Hemiprothese im Vergleich ein relativ kleiner Eingriff ist und weniger Teile des Kniegelenks ersetzt werden.

Vor der Operation
Heutzutage wird der Rehabilitationsprozess bei einer Hemiprothese oder Totalendoprothese häufig einige Wochen vor der Operation gestartet, und zwar unter Anleitung eines Physiotherapeuten. Die dahinterstehende Idee ist ‘better in, better out’, vereinfacht gesagt: Eine optimale allgemeine körperliche Verfassung spielt eine wichtige Rolle im Heilungsprozess nach der Operation.

Während dieser Vorbereitungsphase wird der Physiotherapeut beim Erlernen des Gehens mit Krücken beraten und anleiten. Außerdem wird er/sie einige Übungen zusammenstellen, die in den Tagen nach der Operation durchgeführt werden dürfen, um die Beweglichkeit schrittweise wieder aufzubauen.

Nach der Operation
In den ersten Wochen nach der Operation liegt der Schwerpunkt der Behandlung vor allem auf der Verbesserung der Beweglichkeit des Knies und dem schrittweisen Wiederaufbau der Alltagsfunktionen. Üblicherweise wird das Gehen mit Krücken in den ersten sechs Wochen allmählich reduziert. Nach diesen sechs Wochen ist es, sofern das Krückengehen erfolgreich abgebaut wurde, wieder erlaubt, selbstständig Auto zu fahren.

Leichte körperliche Arbeit kann in der Regel nach sechs bis acht Wochen wieder aufgenommen werden. Die Rehabilitation nach einer Knieprothese dauert im Durchschnitt sechs bis zwölf Monate.

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