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Operation bei SLAP-Läsion
Eine SLAP-Läsion (Superior Labrum tear from Anterior to Posterior) ist eine Schultererkrankung, die häufig operiert wird. Nicht alle SLAP-Läsionen werden operiert. Dies hängt vom Typ der SLAP-Läsion ab.
Bei einer SLAP-Läsion ist das Labrum geschädigt. Das Labrum ist ein erhöhter Rand an der Gelenkpfanne der Schulter. Dieser Rand sorgt für zusätzliche Stabilität des Schultergelenks.
Operative Behandlung
Die gewählte Behandlung einer SLAP-Läsion hängt teilweise vom Typ ab:
Typ-I-SLAP-Läsion
Typ-I-SLAP-Läsionen werden häufig ohne Operation behandelt. Dieser Typ entsteht oft durch Qualitätsverlust des Labrums. Dieser Qualitätsverlust führt nicht zu einer Instabilität des Labrums oder der Bizepssehne. Deshalb ist eine Operation nicht sinnvoll und eine nicht operative Behandlung wirkt oft besser. Wenn die nicht operative Behandlung nicht gut wirkt, kann dennoch operiert werden. Der Eingriff besteht dann aus dem 'Säubern' des ausgefransten Labrums. Diese Ausfransungen können nämlich Schmerzen und/oder Einklemmungen in der Schulter verursachen.
Typ-II-SLAP-Läsion
Typ-II-SLAP-Läsionen werden bei einer Operation meist mittels der sogenannten Ein-Anker-Doppelnaht-Methode repariert. Das heißt, es wird ein Fadenanker in den Knochen der Schulterpfanne gesetzt. Vom Anker aus wird eine Schlinge gebildet, die V-förmig um die Bizepssehne und das Labrum gelegt wird. Das gibt eine gute Fixation des Labrums.
Typ-III-SLAP-Läsion
Typ-III-SLAP-Läsionen werden operativ mit einer Resektion der Bucket-Handle-Läsion behandelt. Das bedeutet, dass die vorhandene Bucket-Handle-/Flap-Struktur entfernt wird. Danach wird das Labrum daraufhin untersucht, ob noch Ausfransungen vorhanden sind. Falls ja, werden diese entfernt. Bei größeren Ausfransungen des Labrums wird zusätzlich ein Anker verwendet, um das Labrum am Knochen zu fixieren.
Typ-IV-SLAP-Läsion
Bei Typ-IV-Läsionen hängt die operative Behandlung vom Zustand der Bizepssehne ab. Ist die Bizepssehne selbst nur gering geschädigt, wird sie wie eine Typ-III-Läsion behandelt. Ist die Bizepssehne zu mehr als 30% geschädigt, wird sie wie eine Typ-II-Läsion behandelt. Die Bizepssehne wird dann entfernt oder verlagert und das Labrum genäht.
Neben dem Typ der SLAP-Läsion bestimmen weitere Faktoren die Operationstechnik, wie:
- Alter der Patientin/des Patienten.
- Qualität des gesamten Muskel-/Sehnengewebes der Schulter.
- Aktivitätsniveau der Patientin/des Patienten.
- Risiko von Komplikationen.
- All diese Faktoren bestimmen letztlich, welche Operation durchgeführt wird.
Nach der Operation
Die Patientin/der Patient erhält eine Armschlinge (Sling), um der Schulter Ruhe zu geben. Diese Sling muss 5-6 Wochen getragen werden. Direkt nach einer Operation dürfen Mobilisationsübungen für Ellenbogen, Handgelenk und Hand gemacht werden.
Nach einer Woche darf mit passiven Mobilisationen begonnen werden. Das bedeutet, dass eine Physiotherapeutin/ein Physiotherapeut das Gelenk ohne Muskelkraft der Patientin/des Patienten bewegt. So wird verhindert, dass ein Gelenk einsteift. Zudem erhält das Gewebe rund um die Schulter so erste Koordinationsreize für die Heilung.
In den ersten 6 Wochen steht die Bizepssehne im Vordergrund. Diese Sehne muss vor großen Kräften geschützt werden, damit der Bizeps das Labrum nicht wieder ablöst. Die Patientin/der Patient wird daher angewiesen, mit dem operierten Arm nichts zu heben.
Für die Rehabilitation einer Schulter nach einer SLAP-Operation werden Zeitvorgaben herangezogen, vor allem in Bezug auf die Wundheilung. Der tatsächliche Trainingsaufbau und die Intensität während der Rehabilitation hängen von der aktuellen Schulterfunktion ab. Wichtig sind dabei Beweglichkeit, Funktion und Schmerzwerte.
Sechs Wochen nach der Operation darf erst mit leichtem Krafttraining der Schulter begonnen werden. Nach etwa drei Monaten darf mit schwerem Heben und Sportaktivitäten unter Schulterhöhe begonnen werden. Nach sechs Monaten sind Aktivitäten über Schulterhöhe erst erlaubt. Eine Schulter muss sich zunächst optimal frei bewegen können, bevor die Rehabilitation fortgesetzt werden kann.