Orthomolekularmedizin

Orthomolekularmedizin bedeutet, den Körper durch den Einsatz gesunder, natürlicher Nährstoffe zu heilen. Es werden nur Mittel verwendet, die der Körper ohne Schaden nutzen kann. Diese Mittel sind ‘körpereigen’ und nicht ‘körperfremd’. Vitamine sind zum Beispiel körpereigene (Heil-)Mittel, ebenso Mineralstoffe. Aber auch ein besserer Lebensstil kann den Körper wieder gesund machen. Beispiele sind mit dem Rauchen aufhören, mehr Bewegung, weniger Stress und besserer Schlaf.

Woher kommt die Orthomolekularmedizin?

Der Begriff ‘orthomolekular’ wurde 1968 erstmals von Professor Linus Pauling verwendet. Orthos kommt aus dem Griechischen und bedeutet: richtig, aufrecht oder gesund, und molekular steht für: die Moleküle betreffend.

Dass Ernährung eine heilende Wirkung hat, wusste man bereits vor Jahrhunderten. Hippokrates erwähnte das schon vor 2300 Jahren. Maimonides sagte vor 800 Jahren: “Keine Krankheit, die durch Diät geheilt werden kann, sollte mit anderen Mitteln behandelt werden”.

Als die Chirurgie ab etwa 1850 immer besser wurde, geriet die heilende Wirkung der Ernährung in den Hintergrund. Antibiotika wurden als wirksame Medikamente entdeckt. Dadurch wurde der Einfluss der Ernährung untergeordnet.

Signale aus dem Körper

Schmerzen oder andere körperliche Beschwerden sind oft ein Signal des Körpers, dass ein Mangel oder gerade ein Überschuss an Nährstoffen vorliegt. Die Orthomolekularmedizin sucht nach der Ursache der Beschwerden. Die Behandlung ist darauf ausgerichtet, diese Mängel oder Überschüsse zu beseitigen.

Die Behandlung: Wie läuft sie ab?

Der orthomolekulare Arzt oder Therapeut stellt Fragen zur körperlichen und geistigen Gesundheit, zur Ernährung und zum Lebensstil. Dabei ist es wichtig zu wissen, ob der Körper auf bestimmte Nahrungsmittel überaktiv reagiert. Das kann auf eine Allergie hindeuten. Manchmal werden Blut oder Urin untersucht, um festzustellen, ob ein Mangel oder ein Überschuss bestimmter Stoffe im Körper vorhanden ist.

Es wird ein Behandlungsplan erstellt. Dieser wird aus Anpassungen in Ernährung und/oder Lebensstil bestehen. Außerdem kann der orthomolekulare Arzt oder Therapeut empfehlen, ein oder mehrere Nahrungsergänzungsmittel zur Unterstützung zu verwenden.

Nahrungsergänzungsmittel, brauche ich die?

Das Ziel ist immer, über die Ernährung ausreichend gute Nährstoffe aufzunehmen. Alles in den richtigen Mengen und Verhältnissen über die Ernährung aufzunehmen, gelingt nicht immer.

Um Krankheiten zu verhindern und zu behandeln, können Nahrungsergänzungsmittel notwendig sein, auch zeitweise. Nahrungsergänzungsmittel sind Tabletten oder Kapseln, die einen hohen Gehalt an Stoffen enthalten, die der Körper kennt. Zum Beispiel: Vitamine, Mineralstoffe, Ballaststoffe, Aminosäuren, essenzielle Fettsäuren, Enzyme oder Bioflavonoide. Der orthomolekulare Arzt oder Therapeut berät hierzu.

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